Die Motive
Aktuell bzw. in Vorbereitung
Historie
Treffen verwaister Eltern & Geschwisterkinder.

30.03.-01.04.2007

Moritzburg- Jahrestagung 2007 VEID e.V- Hier starb im Jahre 1945 Käthe Kollwitz, die mit zu den bekanntesten deutschen Künstlerinnen und Künstlern des 20. Jahrhunderts zählt.



Was ich noch zu sagen hätte....

Fast vier Jahre ist es nun her als unsere Julia 9-Jährig starb. Schon sehr oft habe ich an dieser Stelle tröstende Worte und nützliche Hinweise gelesen. Und dies alles geschrieben von Menschen die ebenfalls betroffen sind wie wir selber. Am vergangen WE fanden sich viele zusammen, die diesen beschwerlichen und nahezu unerträglichen Weg gehen müssen. Manche schon sehr lange, .....andere beginnen ihn gerade erst.
Doch die Last ist für alle gleich schwer; und dass verbindet uns. Viele haben sich bestimmt gefragt, was wird mir dieses WE in Moritzburg bringen? Mein Kind kommt doch dadurch nicht wieder zurück zu mir. NEIN....dies sicherlich nicht. Aber wir konnten in jedem Augenblick spüren wie nahe sie uns sind....unsere Kinder. Auch wenn es oftmals sehr weh tat diese unerträgliche Realität zu spüren, so konnten wir in der Gemeinschaft manchmal etwas Kraft schöpfen.

Dafür möchte ich mich auch im Namen von meiner Frau Dagmar ganz herzlich bedanken. Bedanken bei den Menschen die dieses Treffen organisiert und durchgeführt haben, den Vortragenden und den Referenten/-innen sowie bei alle jenen die dort waren und ein Stück des mühseligen Weges mitgegangen sind.
Wir sehen uns bestimmt bald wieder;
in Köln, Heidelberg, Leipzig, Remscheid oder auch anderswo.

siehe auch Website VEID e. V.

Orte und Momente der Begegnungen:



Initiiert von der Initiative Schmetterling-Neuss e. V. treffen sich seit dem Frühjahr 2005 in regelmäßigen aber größeren Zeitabständen Väter, die den Verlust eines Kindes zu beklagen haben.
Inzwischen habe ich als betroffener Vater schon mehrfach diese Vätergruppe besucht die sich in den Räumen eines Altersheimes trifft, und möchte einmal darüber berichten.
Mit zwiespältigen Gefühlen betrat ich jenes Gebäude in dem die Menschen nach einem erfüllten Leben ihren wohlverdienten Lebensabend verbringen. Mein erster Gedanke war sogleich, warum konnten die verstorbenen Kinder kein erfülltes Leben haben und mussten so früh sterben?
Die Begrüßung untereinander war höflich, ein wenig zurückhaltend aber der Situation angemessen. Nach und nach nahmen die etwa 15 Väter an einem überdimensionalen Tisch Platz, der liebevoll mit kleinen Sternen, Schmetterlingen und einigen Kerzen geschmückt war. Mit ernster Miene und oftmals bewegter Stimme schilderte jeder Einzelne das traurige Schicksal seines Kindes.
Da war es der lange Krankheitsweg der trotz aller Hoffnung zum Tode führte, da war es der unfassliche Suizid der ein junges Leben beendete, da war es der Zufall der zum plötzlichen Tod durch einen Stromschlag führte, da war es der stille Tod der plötzlich und völlig unerwartet eintrat. Es gelingt nicht alle diese traurigen und unfassbaren Schilderungen in kurze Sätze zu fassen, aber sie haben alle eines gemeinsam, ein Kind ist gestorben und hat eine große Lücke hinterlassen. Tief sitzt die Trauer die auch durch äußere und verlegene Gelassenheit nicht darüber hinwegtäuschen kann.

Trauern Väter anders als Mütter? Schon oft habe ich mir seit dem Tod unseres Kindes diese Frage gestellt, weil es mir andere Menschen so sagten. Es mag sein, dass es, ob berufstätig oder nicht, andere und unterschiedliche Gelegenheiten gibt die eigene Trauer zuzulassen. Aber grundsätzlich weniger um sein Kind trauern als die Partnerin, die Ehefrau, die Mutter? Vielleicht suchen manche Väter auch nach einem Weg um aus diesem Tal der Tränen wieder herauszukommen? Die Gesellschaft erwartet dies schon immer von dem Ernährer, was in der heutigen Zeit überhaupt nicht mehr stimmen muss.
Eine Begebenheit möchte ich als Beispiel nehmen. Bei meinem ersten Treffen schilderte ein Vater mit tränenerstickter Stimme vom freiwilligen Tod seines Sohnes. Es war deutlich zu spüren wie viel Kraft es ihm kostete die Ereignisse zu schildern, dabei betonte er, dass er sich große Sorgen um seine Frau machen würde.
Bei einem erneuten Treffen schilderte dieser Vater, dass er seit einiger Zeit Dinge die sein Sohn besonders liebte,........mit dessen Augen zu „sehen“.
Er selber, würde seinem Sohn seinen Körper zur Verfügung stellen damit dieser die geliebten Dinge betrachten könnte. Ein anderer Vater wollte sich daraufhin einmal ein Fußballspiel des Lieblingsvereins seines Sohnes ansehen.
Ist dies nicht auch eine Möglichkeit seinem Kind sehr nahe zu sein? Und als die beiden darüber sprachen huschte ein Lächeln über ihre Gesichter und ihre Augen strahlten ein wenig.....fast KINDlich.

siehe auch:
http://www.veid.de



Wölfersheim 6. Mai 2006



Am 6. Mai 2006 fand wieder im ANTIKCAFÈ in Wölfersheim ein Treffen statt.
Die Gespräche, Gefühle und Gedanken beschäftigten sich mit unseren Kindern die manchmal auch ein Lächeln in die Gesichter zauberten.Seit dem Julia nicht mehr bei uns ist, gibt es nicht mehr so ganz viele besondere Momente, in denen wir so sehr bewegt sind und uns doch gleichzeitig wohl fühlen.
Dieser Nachmittag in Wölfersheim zählt sicherlich dazu. Es lag an so vielem und doch an jedem einzelnen von uns die dabei waren. Das Treffen inzwischen vertrauter Menschen, aber auch neuer Gesichter mit tragischen Schilderungen; die fühlbare Gegenwart der Kinder und ihre einzelnen Schicksale die betroffen machten, der blaue Himmel der uns auf die Terrasse lockte.
(Oder waren es unsere Kinder die einfach den Geräuschpegel im Café lauter werden ließen damit sie uns vom Himmel aus besser zuschauen und zuhören konnten wenn wir alle über sie sprachen?)

An solch einem Nachmittag vergeht die Zeit wie im Fluge und dies macht eines ganz deutlich, solche Gespräche, solche Treffen sind für uns als Betroffene ein ganz wichtiger Bestandteil geworden um unsere Trauer aushalten zu können. Als wir uns verabschiedeten waren wir uns alle darüber einig; das nächste Treffen kommt bestimmt.
Es brannten auch einige Kerzen für alle STERNENKINDER.
Vielen Dank allen Beteiligten für die Gespräche und das Zuhören.
* * * * *
siehe auch:
http://www.veid.de

Wölfersheim 16.04.2005



Hier der Bericht vom I. Treffen 2005:
Anläßlich eines Treffens verwaister Eltern in Wölfersheim am 16. April 2005, gedachten wir unserer eigenen und auch der vielen anderen STERNENKINDER.
Auch wenn es "nur" ein Nachmittag war, der aber fast 5 Stunden dauerte und größtenteils durch eine einzelne Mutter organisiert wurde, hat es ich gezeigt, dass solche Treffen einen Sinn machen und Jede(r) anschließend viel mitnimmt wenn man sich wieder trennt. Es wurde offen über Gefühle gesprochen und Erfahrungen ausgetauscht. Wobei betont werden sollte, dass nicht nur geweint, sondern auch gelacht wurde.
Wir versprachen uns, dieses Treffen bestimmt mal zu wiederholen und auch anderen Müttern und Vätern die ihre Kinder viel zu früh gehen lassen mussten zu empfehlen, nicht darauf warten, dass etwas geschieht, sondern selber die Initiative ergreifen und ein solches Treffen zu organisieren. Wer mehr dazu wissen möchte, kann uns gerne direkt anschreiben.